Social Watch Deutschland Report 2006

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Kein Geld für die Armen? Ursachen – Analysen – Alternativen

Quantitative und qualitative Defizite der Entwicklungsfinanzierung stellt Yilmaz Akyüz zusammen und kritisiert, dass sich der Internationale Währungsfonds um Entwicklung und Armutsbekämpfung kümmert, statt sich der Sicherung der Liquidität von Ländern mit vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten zu widmen. Ebenfalls unbefriedigend ist der Beitrag der Europäischen Union. Zwar hat sich die EU erstmals dazu verpflichtet, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens bis 2015 für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben.

Zugleich aber hat die EU den Begriff Entwicklungshilfe in bedenklicher Weise erweitert, wie Mirjam van Reisen und Simon Stocker zeigen. Offensichtlich liegt für die Geberländer die Versuchung nahe, mit der Gestaltung der Entwicklungsfinanzierung auch eigene zu Interessen verfolgen. Hierauf verweist Celine Tan, wenn sie sich in ihrem kritischen Beitrag über Strukturen und Arbeitsweisen der Bretton Woods Institutionen u.a. mit der Konditionalität der Kreditvergabe auseinandersetzt. Alex Wilks und Francesco Oddone weisen komplementär dazu die Unzulänglichkeit des Schuldenabkommens der G8 von Gleneagles nach.

Herausgegeben von Social Watch Deutschland (Asienhaus Essen, Brot für die Welt, Deutscher Caritasverband, DGB-Bildungswerk e.V., Diakonisches Werk der EKD, Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED), Friedrich-Ebert-Stiftung, Global Policy Forum Europe (GFP), IG-Metall, Pax Christi, terre des hommes Deutschland e.V., WEED, Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V., Werkstatt Ökonomie e.V., WOMNET)
Bonn, 2006
ISBN: 3-924493-71-5